Die Geschichte Alverdissens

Alverdissen früher

Ausgestattet mit Stadtrechten und wirtschaftlicher Aktivitäten galt Alverdissen einst als bedeutende Ortschaft. Aus diesem Grund erhielt hier auch das Amtsgericht 1879/80 seinen Sitz. Doch war es am Ende Barntrup, das 1969 zum Zentrum einer Gemeinde aufstieg, während Alverdissen zum Ortsteil wurde. So empfanden es jedenfalls viele Einwohner.

Der frühere Marktflecken zählt zu den ältesten Orten in Lippe, deren Ursprung in die Zeit Karls des Großen (um 800 n. Chr.) fällt. Urkundlich erwähnt wurde "Alverdissen" erstmals 1151, wie aus der Chronik von H. Welsch hervorgeht, die der Bürger- und Verkehrsverein Alverdissen 1991 herausgeben hat. Das für lippische Gründungsstädte typische "Dreistraßenschema" lässt erkennen, dass es sich um eine planmäßige Gründung gehandelt haben muss. 1370 fanden ein städtischer "Rath" und Bürgermeister Erwähnung. Schon früh wurde der Ort zum Flecken erhoben und mit verschiedenen städtischen Rechten ausgestattet.

77 Bürger wählten aus ihrer Mitte Rat, Bürgermeister und andere "Amtspersonen". Im Gegensatz zu anderen Orten waren die Bürger früher vermutlich nie "leibeigen", sondern verfügten über eigenen Grundbesitz. Nach Auflösung der gräflichen Meierei bot sich ihnen die Möglichkeit, herrschaftliches Pachtland zu bewirtschaften. Im Jahr 1807 zählte der Ort etwa 700 Einwohner, heute sind es ca. 3 000.

Bestimmend für die Bedeutung Alverdissens in früherer Zeit war die Lage am Kreuzungspunkt zweier alter Poststraßen: Die Postlinie Hameln-Paderborn und ab 1737 eine hessische Linie von "Kassel" nach Rinteln. Ab 1814 gab es eine Thurn- und Taxis´sche Postexpedition, die zwei Jahre später mit der Kurhessischen vereinigt wurde. Doch die exponierte Lage hatte auch den Nachteil, dass Heerzüge entlang der Straße vorbeizogen. Waren es im 15. Jahrhundert die Böhmen, folgten die Braunschweiger sowie französische und russische Truppen in der Napoleonischen Zeit.

Als herausragendes Gebäude beherrscht noch heute ein Schloss den Ortsteil. Es ist ein Nachbau, denn aus Urkunden ist bekannt, dass 1396 an derselben Stelle bereits ein Schloss oder eine Burg gestanden hat. Als 1405 die Grafschaft Sternberg auf die Edelherren zur Lippe überging, bekamen diese auch "Schloss und Weichbild Alverdissen".

Alverdissen heute, ist ein Ort in dem arbeiten und wohnen zu Hause sind; es gibt noch Handwerks- und Industriebetriebe. Vom Friseur bis zur Fleischerei ist die Grundversorgung gewährleistet. Neben Kindergarten und Grundschule existiert ein Hort, und im Sommer stellt das Freibad einen großen Anziehungspunkt dar. Auch viele Vereine prägen das Dorf "Alverdissen" aus.

Die Förderung von Heimat, Brauchtum, Ortsbild und Umweltschutz hat sich der Bürger- und Verkehrsverein verschrieben. So konnte beispielsweise der alte Dorfbrunnen am Schloss freigelegt werden. Bei vielen Festen zeigen die Alverdisser, dass sie zu feiern verstehen, etwa beim Brunnenfest. "Ohne die Vereinstätigkeiten sähe es in Alverdissen schlecht aus" mein H. Welsch. So sorgt etwa der Freibadförderverein mit seinem Engagement dafür, dass der Betrieb weiterläuft. Ein Beispiel für viele.

Wenn Sie noch mehr Details über die Geschichte Alverdissens erfahren möchten, empfehle ich Ihnen sich das Buch bei der Sparkasse in Alverdissen auszuleihen. Hier ein Bild davon: